Mittwoch, 30. September 2009

- zur Köchin in 6 Tagen- Yes, you can! -

Da unser Küchenchef Samuel für zwei Wochen außer Gefecht gesetzt ist, wurde mir die Ehre zuteil, mit Rico, dem zweiten Koch, die Küche zu schmeißen. Bei cooler Musik, Bruzeln, Zischen und gelegentlichen 2- Meterflammen erfahre ich alles über die kreolisch- französische Kochkunst und learning- by- doing im Bereich Salate und Desserts.
Nun bin ich eine Woche in der Küche und Rico und ich haben eben bei O-Saft und Apfelkuchen so was wie meinen Einstand als Sous-Sous-Chefin gefeiert.

Heute hab ich von Anfang bis Ende die Vorspeisen, Desserts und Salate alleine durchgezogen. Es ist es einfach incroyable (= unglaublich), was an einem einzigen Teller alles zu tun ist…und bis das alles so liegt, wie es liegen soll. Grrr, ich hab schon so manches Stück Karotte verflucht.

Bis gestern hat Rico immer noch irgendwo rumgezuppelt, da korrigiert und hier eine Tomate ausgetauscht. Manchmal wusste ich nicht, was noch auf dem Salat fehlt..
Aber heute, HEUTE, hat alles geklappt: ich weiß alle Rezepte, weiß wo ich die Zutaten dafür finde (oder wo sie am Ehesten sein können) und bin immer pünktlich mit Ricos Hauptspeise fertig. Tadadaaaa!!! :D
Mit Samuel waren wir zu dritt natürlich immer schneller fertig und so kam dann irgendwann meine Kamera ins Spiel… ;)



Mein "Büro", wenn ich um 5 Uhr anfange, Salat zu schnippeln!

Unser Entertainer, außerdem unser Kontrollinstrument über die Kellner: die Klingel. Sobald Essen für einen Tisch fertig ist, wird da drauf gehauen, der Kellner hört’s im Restaurant und kommt um die Teller abzuholen.



Meine Küchen- Kollegas mit den Baguette und Rosinenschnecken für den nächsten Morgen.

Meine ersten eigenen Fabrikationen:



- Papaya- Marmelade (weil es so eklig glibberig aussieht, wollt ich es am Anfang nicht mal probieren. Ist aber echt köstlich und nun hab’s ich es selber gemacht!!)


- Creme brulee,

- Bananenblätterteigkuchen- der wird aber noch umgedreht. ;)




- Mousse „Entre- Deux“- das beste Dessert was ich bisher gegessen hab.



- Bananenmus

Mittwoch, 23. September 2009

- über Mario Barth und unzuverlässigen Kreolen -

Habe heute von Sabrina den heißen Tipp bekommen, dass in unserem Supermarkt hier in dieser Woche vieles auf 1 Euro runtergesetzt ist. Ich gleich: „jaa, die Schokolade, die ich letzten Mal gekauft hab, war ja auch schon schlecht“. Aber letztendlich hat dann doch die Neugierde gesiegt und man weiß ja: gerade wenn man unbedingt etwas braucht, ist es am teuersten!
Heute war Shampoo im Angebot.
Kennt ihr Mario Barths’ Spruch über die Badezimmer?
‹‹ Beobachtet man die Duschutensilien des Mannes, sieht man Shampoo „for men“, damit sie auch wissen: Das ist für mich!
Guckt man im den Badezimmerschrank einer Frau, hat man dort einen Obstkorb vor Augen: da gibt’s Limetten-, Zitronen-, Aprikosen- und Apfel- und Mandarinen- Shampoo. ››

Nun jaa.. bei mir ist es natürlich nicht so extrem, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir während meines Aufenthaltes hier keine Gedanken mehr über fehlende Hygieneartikel machen muss.
Als Shampoo- und Duschgel- "odeur" habe ich Passionsfrucht, Vanille, Sonnenblume (?), Orchidee und Seide (wie geht das?) und Hafermilch und Pfirsich..
Das wäre doch ein leckerer Milchmix ;)

Eigentlich hätte ich heute aber gar keine Zeit gehabt, einkaufen zu gehen, denn ich hab gestern auf eine ganz lustige Weise die Bekanntschaft mit einem Entre- Deux- Bewohner gemacht. Weil ich ihm nicht meine Handynummer gegeben habe, wollte er mich heute sehen und wir haben uns vor dem Hotel verabredet. Entweder er hat den Weg nicht gefunden oder ihm war die Handynummer doch nicht so wichtig.
Es hat sich dann entwickelt, dass ich mit Francois darüber geredet hab und er meinte, dass die Réunionaisen oft genau so sind. Den einen Tag sagen sie zu, versprechen hoch und heilig, da zu sein und tauchen letztendlich gar nicht auf… - Zu spät wäre ja noch ok, aber gar nicht zu kommen find ich echt arm.
Ich hab nur gedacht: "Tampis" für Louic (so hieß er nämlich), denn er hat sich gestern ziemlich ins Zeug gelegt!?!

Dienstag, 22. September 2009

- Meer, Meer und noch me(e)hr Sand -

Heute war ich in Saint Gilles- les- bains, wieder mit Rico. Cool, ich wusste gar nicht, dass es hier noch mehr weiße Strände gibt… ;)
Fotooooos:



Wir haben ziemlich viel gegammelt und am Strand gelegen. Die Innenstadt ist eher ein Städtchen, ward schnell durchquert und mit einem Sandwich in der Hand wieder Richtung Strand verlassen.
Die Sonne hat richtig geknallt und – jaa bitte jetzt eure Schadenfreude- ich habe einen Sonnenbrand auf dem Rücken.
Auf der Rückfahrt habe ich in St. Pierre ein Décathlon entdeckt und wer meine Familie kennt, weiß, dass ich die Insel nicht eher wieder verlassen werde, bis ich nicht mindestens zweimal in diesem Laden war.. wie in jedem Frankreich- Urlaub, nech, Schnuckies??



Außerdem hab ich spontan mal eingetippt, was sich in den drei Wochen (oha, schon fast ein Monat) in meiner Erfahrungskiste getan hat:

Geht gut / besser:
- Einheimische verstehen
- Integrationsgefühl
- Zimmerservice, denn Routine ist alles.
- Wissen, wo was auf der Insel zu finden ist und v.a. wie man da hinkommt :D
- Meinen Akzent verbannen und den Slang imitieren.
- Einkaufen- billig und bunt! -Akzeptieren, dauernd auf der Straße angeguckt zu werden
- Schlafen- zu jeder Tageszeit.


Geht gar nicht:
- Cool bleiben, wenn man dabei ist, den letzten Bus zu verpassen.
- Vom Sitznachbarn angetatscht werden.
- Früh aufstehen (5:45), um den frühen Bus zu bekommen, um viel von einer noch fremden Stadt zu sehen. Bringt nichts, denn müde macht gar nichts Spaß!
- Das erste Mal eine Bar besuchen und sofort mit Handys gefilmt zu werden.

Sonntag, 20. September 2009

- Die gelben Teufel -

Hallo Alle zusammen.
Hier ist jetzt Hauptsaison, das Hotel platzt aus allen Nähten und da wird einem dann mal spontan ein freier Abend gestrichen. - Schwupp- steh ich mit einem Tablett in der Hand wieder im Restaurant oder wir haben 4 Stunden um 17 Zimmer auf Vordermann zu bringen.
Das macht zwar ordentlich Muckies, lässt mir aber nicht wirklich Zeit zum Schreiben, geschweige denn zum Hochstellen ins Netz, doch das ändert sich jetzt!!!!
In der letzten Woche ist nicht viel Spannendes passiert. Ich war an meinem freien Tag allein in St. Pierre, fand es ganz angenehm, nur am Strand zu liegen und ein bisschen zu bummeln. Doch dann habe ich zwei Busse verpasst, was mich zu vier Stunden Warten gezwungen und zu dem nächsten Eintrag inspiriert hat… ;)
Voilà:

Hört man in Deutschland von gelben Autos, denkt man entweder an die Post oder den ADAC, also an freundliche Menschen, die einem im Alltag helfen, kleine oder große Wünsche zu erfüllen. Guter Service, gute Leistung, zufriedene Kunden.
Hier auf La Réunion sind alle öffentlichen Busse gelb und ab heute meine persönlichen Feinde!
Diese gelben Autos sind nicht im Geringsten daran interessiert, dir auch nur bei irgendwas zu helfen.

Es gibt auf La Réunion überall wunderschöne Bushaltestellen mit dem jeweiligen HALTE- Schildchen, aber hier ist man ja sparsam mit allem und Halten ist Luxus.
Willst du den Bus verlassen, musst du in die Hände klatschen. Vielleicht hast du Glück, der Busfahrer hört dich und du kannst raus, vielleicht aber auch nicht! Vorrausschauendes oder auch aktives Busfahren nenne ich das.
Es wäre ja auch zu einfach, wenn man just an jeder HALTEstelle hält, oder?

Nun kennt ihr die Situation von innen. Den Bus von außen zum Anhalten zu bewegen, ist ebenso spannend und hat mich bereits zur Weißglut getrieben. Ich warte also auf den Bus. Der Busfahrplan ist nur Deko, mehr Richtlinie, als Regel.
Kommt ein Bus, musst du die richtige Dioptrienstärke haben, um das kleine Schild des Busbuchstaben im Frontscheibenbereich entziffern zu können. Hast du das erkannt, ist der Bus weg. Bremsen ist nicht!!
Man muss sich rechtzeitig bemerkbar machen (Aufspringen, wild Winken, panisch Hinterherlaufen, wenn nötig hinterher schreien).
Ich wusste von dieser Strategie nichts und habe deshalb gleich zwei Busse ohne mich fahren lassen. Das erklärt meine Antipathie gegenüber diesem gelben Monstrum, das sich ohnehin nur im 2-Stundentonus blicken lässt.

Aus diesem Erlebnis hab ich Folgendes gelernt: Busfahren muss man hier anders sehen, als in Deutschland!! Da du von ihnen abhängig bist, versuche dich gut mit ihnen zu stellen. Schenkst du ihnen nicht genug Aufmerksamkeit, kommt die Rache… Sie sind eben teuflisch!

Sonntag, 13. September 2009

- Teilzeit- Au- Pair -

Von Samstag bis Dienstag sind Chef und Chefin im Urlaub auf Mauritius und ich passe auf die beiden Töchter auf: Amélie (8) und Alexia (11).

Wir turnen, machen Picknick im Garten mit Früchten und Nutella, gehen schwimmen und sind heute eine Stunde mit Carnelle, dem Hund, im Wald rumgekraxelt.
Die beiden sind echt lieb, komplett verschieden und es macht Spaß, sie die ganze Zeit um sich zu haben.. Wir verstehen uns total gut und kommen immmer wieder auf neue verrückte Ideen. Gestern haben wir mit 21 Kissen eine Kissenschlacht über drei Betten veranstaltet.

Ich habe ihnen Phase 1o mitgebracht und das wird nun außerdem abends immer bis zum Umfallen gespielt... :)
Es ist eine richtig tolle Zeit und ich genieße es. :)

Ein paar Fotos will ich euch nicht vorenthalten..


Amélie, Cornelle und ich beim Pique- nique nach der Hälfte der Tour..



Erschöpfung nach Turnen und Fangenspielen.. und der Beginn der Kissenschlacht!

Donnerstag, 10. September 2009

- Faire le grand shopping -

Heute war der coolste Tag der letzten zwei Wochen!! Ich glaub, ich hab noch nie so viel Französisch an einem einzigen Tag gesprochen. Und gelacht.
Um 9 Uhr hat mich Sabrina am Hotel abgeholt. Wir hatten geplant in St Pierre ein bisschen zu bummeln. Sie hat dann aber spontan St. Louis vorgeschlagen und, weil ich das noch nicht kannte, sind wir dorthin gefahren. St. Louis ist zwar kleiner als St. Pierre, aber dafür viel gemütlicher und bunter.
Das Shopping- Verfahren der Réunionaisen verläuft wie folgt: Man betritt ein Geschäft, sucht sich etwas, das einem gefällt und .... kauft es, ohne es anzuprobieren. Da viele Oberteile grüßtenteils mit Gummizug hergestellt werden, findet man praktischerweise fast alles in Einheitsgröße. UFF. Da wirke ich doch ziemlich kompliziert mit meinem Preise- vergleichen, Hin und Her rennen, um sich 100% sicher zu sein und das Teil nach einer Stunde dann doch kaufen, oder?
Vorraussetzung für diesen Shopping- Marathon ist natürlich, dass man weiß, welches Geschäft akzeptable Preise hat. Nun ja, Sabrina wusste, wo Sold- out mit den richtigen Schnäppchen ist!! ;)
Auf jeden Fall habe ich nur wenig von meinem Taschengeld investieren müssen, um viele schöne und ausgefallene Dinge zu erstehen, die ich auch gut beim Kellnern im Restaurant tragen kann. Ein voller Erfolg, und das obwohl ich eigentlich die Letzte bin, die gerne shoppen geht. ;)


Zu den Zeitpunkt waren das die Tüten von uns zusammen.
Hinterher hatte jeder ungefähr so viel! ;)

Nach dieser Tour haben wir gegessen, 8 Euro für einen Meeeega- Monster- Teller, der noch für zwei weitere Personen gereicht hätte.
In einem kleinen Park, genau zwischen einem Süßwasserfluss und dem salzigen Meer, haben wir dann unsere Répos gemacht, den Tüteninhalt Jedem zugeordnet und nicht lange überlegen müssen, ob der Einkauf ein Erfolg war: Natürlich!!

Merveilleux, n’est-ce pas? Dort, wo sich Salz- und Süßwasser treffen..

Anschließend haben wir Sabrinas Freund von seiner Arbeitsstelle abgeholt und die beiden waren so nett, mich bei ihnen zu Hause noch auf ein Glas leckeren Ananas- Kokos Saft einzuladen . Um 16 Uhr, 7 Stunden nach Beginn dieser Tour extraordinaire (=außergewöhnlich, besonders), war ich wieder im Hotel. Eben habe ich in meinem Zimmerein bisschen Platz gemacht, damit ich mir meine Schätze nochmal genüsslich vor Augen führen kann :)


Ein super cooler Tag mit Sabrina.

Mittwoch, 9. September 2009

- *brutzel, brutzel* -

Ich glaube heute war meine Feuerprobe, was den Zimmerservice angeht. Sabrina und Christine hatten heute frei und ich sollte allein die zwei Zimmer machen. Das hatte ich ja vorher auch schon gemacht, aber der darauf folgende Halbsatz der Chefin: „damit wir mal sehen, ob du das auch allein kannst“ hat mich zum Nachdenken angeregt.
Ende von Lied: ich hab geschrubbt wie besessen. Echt alles und überall und war letztendlich nach einer Stunde und fünf Minuten fertig- wollte ja doch wissen wie lange ich brauche.. ;)
Abwarten, was ihr Ergebnis sein wird…

Ansonsten hat sich mein Tagesablauf („tu veux qu’je t’dise: Le Quotidien..!!!!“ ;) - für alle, die Französisch mit mir hatten) nicht viel verändert. Morgens Zimmer machen, abends Restaurant. Heute morgen hab ich auch das Frühstück gemacht. Macht Spaß, aber dafür muss ich um viertel nach 6 aufstehen.

Morgen hab ich bis 17 Uhr frei und werde von meinem Chef mit nach St. Pierre genommen. Freitag ist die Hochzeit von Guillaumes (Kellner) Cousine, zu der ich mitgehe. Und ab Samstag haben wir Chef- freie Zone, weil er und seine Frau ohne Kinder nach Mauritius fliegen- 4 Tage Kurzurlaub. Auf die Kinder passe ich dann auf, d.h. ich werde den ganzen Tag mit ihnen verbringen, zusammen essen und im selben Zimmer schlafen. Bis auf die Tatsache, dass sich das so anhört, als wären wir aneinandergekettet, find ich das total gut. Die beiden sind echt süß und uns wird bestimmt nicht langweilig. Außerdem fällt in der Zeit meine andere Arbeit weg- auch mal nett. :D

Das Wetter ist grad in seiner extremen Phase- vielleicht Pubertät? Gestern hatten wir so starken Wind, dass alle von „cyclone“ gesprochen haben. Weiß nicht- will ich nicht so richtig glauben! Aber - für alle, die sich jetzt schadenfroh ins Fäustchen lachen- es scheint trotzdem die Sonne und der Himmel ist strahlendblau. Äätsch. ;)